Schlehen

Was für ein Jahr für die Wildobsternte! Vogelbeeren und Weißdorn sind überreichlich vorhanden, und jetzt, nach einem Besuch im Nationalpark Eifel am letzten Wochenende, weiß ich, dass auch die Schlehe ein sehr fruchtbares Jahr durchlaufen hat. Sonntag morgen hört plötzlich der Dauerregen auf und die Sonne kommt hervor. Alles glänzt im letzten Spätsommergrün und von weitem leuchten schon die Steinfrüchte der Urpflaume matt-blau in den dornigen Sträuchern am Wegesrand.

Schlehenstrauch

So kann ich noch vor meiner Heimkehr eine kleine, sehr ertragreiche Sammelrunde drehen. Die Früchte lassen sich schon ziemlich leicht abpflücken, ein Zeichen für die Reife. Zwar stechen mich die Dornen von Zeit zu Zeit, aber sie stehen nicht so eng wie zum Beispiel beim Sanddorn, so dass ich mich gut hindurchmanövrieren kann. Die Sträucher sind noch nass vom Regen, so erhalte ich beim Abpflücken so manche Dusche… Nach einer knappen Stunde kehre ich mit reicher Ausbeute zurück.

Schlehenfrucht

Ein Kilogramm sind in meinem Sammelbeutel gelandet, zusammen mit einem kleinen Stück Schlehenbuschzweig. Die ganze Beute geht in die Produktion von Schlehenlikör, einem überraschend fruchtig-aromatischen Getränk für Herbst- und Winterabende. Die drei Flaschen vom letzten Jahr waren so schnell verputzt, dass es diesmal deutlich mehr braucht. Die Schlehenmenge reicht für 4 Liter Rum, wir experimentieren dieses Mal mit verschiedenen Rum- und Kandissorten: braun, weiß, kleine oder große Stücke. Der Zweig, an dem sich noch die Dornen befinden, wird ganz stilecht dafür eingesetzt, die Schlehen alle zweimal anzustechen. So tritt der Fruchtsaft besser aus – meine ich. Wir setzen auch eine Vergleichsflasche mit unangestochenen Früchten an, vielleicht können wir uns die Arbeit im nächsten Jahr sparen.

Jetzt heißt es nur noch Warten, bis in einigen Wochen das Aroma des Schlehenlikörs uns erfreuen kann. Eine Lieblingsfrucht, vielleicht ist mein Geburtsort Schlebusch ein Omen gewesen 😉

Schlehenlikör bei der Arbeit

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3 responses to this post.

  1. Posted by Ralf Krause on 9. Oktober 2011 at 18:39

    Gute Idee mit dem Schlehenrum! Bin gerade dabei Saarländische Oliven zu machen. Dazu lege ich die VOR dem ersten Frost geernteten Schlehen in eine Salzlake (400 g auf 1 Liter Wasser) für mehrere Wochen ein. Alternativ werde ich es mal ausprobieren, Schlehen wie Schwarze Oliven trocken einzulegen. Dazu muß ihnen durch grobes Salz das Wasser entzogen werden.

    • Ist ja witzig. ich kenne die als „Eifeler Oliven“ 😉 Auf das Ergebnis mit dem Trocknen durch Salz bin ich gespannt!

  2. Posted by Doris on 16. Oktober 2011 at 18:16

    Ich freue mich gerade, weil ich heute nachmittag per Zufall noch eine gute Handvoll Schlehen gefunden habe. 🙂 Richtig prall sind sie und noch nicht mal so herb. Wir hatten schon ein paar recht kalte Nächte, vielleicht hat das schon geholfen. Ich schaue mich noch mal um, ob ich nicht doch ein paar ergattern kann, damit es für einen Schlehenlikör reicht. Ich fange klein an. 😉

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