Nussfrüchte

Meine Ernte an Walnüssen, Haselnüssen und Maronen der letzten Tage, hat mich dazu gebracht, mich noch einmal näher mit den Nussfrüchten zu beschäftigen.

Im botanischen Sinn gehören Bucheckern, Edelkastanie (Maronen), Hanfnuss, Platanennuss und die Litschi dazu. Außerdem die Erdnuss und neuerdings auch die Walnuss, die bisher zu den Steinfrüchten gezählt wurde.
Alle anderen sogenannten Nüsse, wie beispielsweise die Kokosnuss oder die Muskatnuss, sind Steinfrüchte.

Die Walnuss wird auch häufig als Baumnuss bezeichnet. Von ihr gibt es nach dem deutschen Nusskatalog über 100 Sorten.
Sie hat, wie auch die Haselnuss die Eiszeiten überstanden und ist seit über 9000 Jahren als Nahrungsmittel bekannt.
Walnussbäume tragen erst ab einem Alter von 10 bis 20 Jahren Früchte. Ein großer Baum kann es dann auf eine Ernte von bis zu 150 Kilo bringen. Die Früchte enthalten den größten Anteil an Linolensäure (eine für das Herz gesunde Omega-3-Fettsäure) unter den Nussfrüchten. Außerdem ist sie reich an Tocopherolen (eine Gruppe der Vitamin E Formen) und Zink, Calcium, Magnesium, Phosphor, Schwefel und Eisen. Pantothensäure und die Vitamine A, B1, B2, B3 und C.
Um Walnüsse zu lagern, werden sie von den äußeren Schalenresten befreit, gewaschen und luftig und trocken gelagert. Bei kleineren Mengen eignen sich besonders luftdurchlässige Netze. Bei der Trocknung reduziert sich das Gewicht der Nüsse um bis zu 50%.
Die meisten im Handel erhältlichen Nüsse (konventionell) werden durch Begasung desinfiziert und mit Natriumhypochlorit und Wasserstoffperoxid geschwefelt und gebleicht, um ihren Verkaufswert zu erhöhen.

Haselnüsse verfügen über ähnliche Inhaltsstoffe. Sie wurden schon in der Mittelsteinzeit um 9600 v. Chr. verzehrt.
Sie gehören zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae).
Meine sind besonders groß und rund und ich habe sie direkt neben dem Eingang eines Edekamarktes entdeckt. Die hier erhältlichen sind ähnlich behandelt wie die konventionellen Walnüsse.

Auch die im Handel erhältlichen Maronen werden mit Methylbromid begast. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, sie über mehrere Tage in kaltem Wasser einzuweichen, so das die entstehende Milchsäuregärung für die Konservierung sorgt.
Die Edelkastanie gehört zur Familie der Buchengewächse, ist seit der Antike bekannt und war vom Mittelalter bis zum Ende des 19Jh. ein Hauptnahrungsmittel der Landbevölkerung.
Aus Samen gewachsene Bäume tragen erst ab einem Alter von 25 bis 30 Jahren. Maronen enthalten viele Kohlehydrate, was sie von einem Großteil der Nussfrüchte, die überwiegend Fette enthalten, unterscheidet.
Die Rosskastanie ist übrigens nicht mit der Edelkastanie verwandt. Sie gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse. Der ähnliche Name entstand nur aufgrund der äußerlichen Ähnlichkeit der Früchte.

Wie Ihr sicher schon gemerkt habt: allein hinter den drei von mir gesammelten Sorten verbirgt sich ein riesiges Feld an Informationen und Wissen. Man könnte sich Stunden, Tage, wochenlang damit beschäftigen. Doch ich hole mir jetzt lieber den Nussknacker und sorge dafür, das meine Vorräte erst gar nicht so alt werden, das man sie begasen müsste…

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2 responses to this post.

  1. Hallo Martin,

    das sind aber schöne Fotos, toll! Danke für die Infos zu den Nüssen. Lustig, ich grübele seit ein paar Tagen auch über Nüsse nach. 😉 Wir haben das Glück, dass der Nussbaum unserer Nachbarn je nach Windrichtung einen Teil seiner Früchte in unserem Garten ablädt. Finde ich klasse, denn frische Baumnüsse oder Walnüsse sind ein Gedicht.

    Viele Grüße!
    Doris

  2. Upps, ich meinte natürlich „Hallo Andrea“. 🙂

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