Herbstlaub

Draußen präsentieren sich gerade überall die Blätter herbstlich farbenfroh. Deshalb schreibe ich heute mal etwas zur Herbstfärbung. Auch wenn Blätter nicht gerade zu den Kräutern gehören.

Goldgelb, Orange, Zinnober, Purpur, Rostrot und Braun leuchtet das Herbstlaub in diesen Tagen.
Die sinkenden Temperaturen und der Stand der Sonne sind für die Bäume das Zeichen, dass die winterliche Mangelsituation bevorsteht.

Würden die Bäume ihre grünen Blätter behalten, könnten sie verdursten. Würden sie ihre Blätter einfach abwerfen, gingen ihnen wichtige Substanzen verloren.
Um das zu verhindern, wird ein biochemischer Prozess in Gang gesetzt.
Die wichtigsten Stoffe aus den Blättern werden in den Stamm zurückgezogen, unter anderem auch das Chlorophyl, der grüne Blattfarbstoff.
Fällt das Grün weg, kommen andere Pigmente zum Tragen, die im Sommer verdeckt sind.
Vor allem die Karotinoide, verantwortlich für gelbe, orange und rote Töne. Außerdem Anthocyane, die eine rot- violette Färbung entstehen lassen. Je nach Konzentration dieser Stoffe hat beispielsweise eine Birke vermehrt gelbe Blätter, andere Bäume dagegen mehr rötliche.
Der Farbton braun entsteht erst, wenn das Blatt abstirbt. Dann werden die im Blatt vorhanden Gerbstoffe abgebaut und zu braunem Farbstoff umgewandelt.
Meist nach dem ersten Frost beginnen die Blätter zu Boden zu fallen.

Gleichzeitig mit der Blattfärbung hat sich zwischen Blattansatz und Zweig eine dünne Korkschicht gebildet.
Sie verschließt die Verbindungskanäle und verhindert, das Parasiten oder Krankheitserreger eindringen.
Doch nicht alle Bäume verlieren ihr Laub vollständig. Pappeln, Erlen, Birken und Weiden sind Bäume mit großem Feuchtigkeitsbedarf und werfen ihre Blätter daher früh und vollständig ab.
Buchen und Eichen gagegen behalten manchmal ihre Blätter sogar den ganzen Winter hindurch.
Sie bilden dann kein Trenngewebe zwischen Blatt und Zweig, sondern verstopfen lediglich die Nährstoffbahn mit Füllzellen.

Auch die Nadeln der Lärche verfärben sich leuchtend goldgelb und werden dann abgeworfen.
Sie besitzt keinen so effektiven Verdunstungsschutz wie Tanne und Kiefer.
Diese haben dickwandigere Zellen mit einer Wachsschicht, die größere Feuchtigkeitsverluste verhindern.

Euch allen noch eine schöne Herbstzeit mit Morgennebel, dem Duft von feuchtem Moos und nassem Holz und unzähligen in der Sonne glitzernden Spinnennetzen…

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