Wildkräuter und alte Kulturpflanzen im Garten / Teil 2

Im hinteren Gartenbereich wächst eine Pflanze in rauen Mengen, die Goldnessel, auch Gold-Taubnessel genannt. Ein Teil davon wird ein Stück zur Seite rücken müssen, um den beiden hier geplanten Hochbeeten Platz zu machen. Von der Goldnessel gibt es mehrere Arten und ich konnte noch nicht herausfinden, zu welcher unsere tatsächlich gehört. Sie hat teilweise silbrig gezeichnete Blätter wie die der silberblättrigen Taubnessel. Aber auch 5-8 Blüten, wie die Berg-Goldnessel. Die Endtmanns-Goldnessel scheidet klar aus wegen ihrer 8-14 Blüten. Und auch die blassgelbe Goldnessel kommt nicht in Frage, meine sind leuchtend gelb.

Goldnesseln im Garten

Vielleicht ist es doch die gewöhnliche Goldnessel. Aber dann dürfte sie nicht diese weiß-silbrige Zeichnung haben, denn die hat die gewöhnliche nur ganz schwach im Winter. Die Flecken kommen übrigens daher, das sich die Blattoberhaut vom Blattgewebe trennt und eine Luftschicht entsteht, die das Licht vollständig reflektiert.

Ach egal. Ich gebe mich einfach damit zufrieden, dass es eine Goldnessel ist und freue mich darüber, dass sie eine wichtige Pflanze für Hummeln und Schmetterlinge ist. Diese kommen mit ihren langen Rüsseln leicht an den Nektar am Boden der Kronröhre heran. Die Bienen haben da Schwierigkeiten, da ihr Rüssel kürzer ist. Manchmal wenden sie aber einen Trick an, um den Nektar zu rauben. Sie beißen einfach seitlich unten ein Loch in die Kronröhre.

Was mir nicht gefällt ist, dass meine Goldnesseln voller Ameisen sind. Doch bei meiner Recherche stellt sich heraus, das das im Sinn der Natur ist, denn sie verbreiten den Samen. Na gut. Auf jeden Fall wird die Goldnessel in unserem Garten bleiben dürfen, da ich es schon als Kind geliebt habe, den süßen Nektar aus dem Blütenboden zu saugen. Was mich bei genauerem Nachdenken wohl auch zum Räuber macht, wie die Bienen.

Und zum guten Schluß habe ich noch das hier entdeckt, im heiteren Herbarium von Karl Heinrich Waggerl:

Am Straßenrand, bedeckt mit Staub,
steht eine Nessel, die ist Taub.
Sie blüht bei Sonnenschein und Frost,
mühselig, aber doch getrost.
Dereinst am Tage des Gerichts
(sie hört von den Posaunen nichts)
wird Gott sie in den siebten Himmel bringen.
Dort hört sie dann die Engel singen.

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3 responses to this post.

  1. Bei uns gibt es an Heckensäumen und Wegrändern teilweise richtige kleine Goldnessel-Teppiche. Ohne weiße Panaschierung. In meinem schlauen Buch steht, dass die Goldnessel zu einer sog. Kleinartengruppe gehört, dass die gegenseitige Abgrenzung und Benennung verschiedener Formen noch nicht eindeutig feststeht 🙂

  2. Posted by Andrea on 14. Mai 2012 at 11:06

    Danke Heidrun, dann bin ich ja beruhigt.
    Ganz ehrlich bin ich nämlich noch einmal mit meinem Bestimmungsbuch bei den Goldnesseln gesessen und war mir wieder unsicher, ob sie jetzt tatsächlich leuchtend gelb oder vielleicht doch eher blassgelbe Blüten haben.

    Alles Liebe!
    Andrea!

  3. Bitte 🙂 LG, Heidrun

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