Neophytenpüree

Was Unkrauthysteriker zur chemischen Keule greifen lässt, vernichte ich weitaus angenehmer – ich esse es auf! Eine Vielzahl von natürlichen Gewächsten landet so auf meinem Teller und richtet anderweitig keinen Schaden mehr an.

Japanischer Knöterich

Heute ist der japanische Knöterich dran. Bei einem Spaziergang haben wir im Wald an einem Wassergraben eine kleine Ansiedlung entdeckt. Seit dem 19. Jahrhundert ist die Pflanze in Europa eingeführt und wird von vielen als bösartiger Eindringling betrachtet. was in erster Linie daran liegt, dass diese Pflanze atemeraubend schnell wächst. 20-40 cm am Tag können es schon mal sein. 3-4 Meter hoch werden die hohlen Stängel mit den dreieckigen, leuchtend grünen Blättern. Die Triebe sterben in jedem Herbst ab und die Stängel verholzen. Man kann sie leicht abschneiden und als Stangenmaterial nehmen, z.B. für Kindertipis – sehr langzeitstabil sind sie allerdings nicht. Der Knöterich überlebt den Winter durch ein ordentliches Wurzelwerk, die Rizome gehen teilweise bis 2 Meter tief in den Boden und man sagt ihnen nach, dass sie Beton sprengen können (Wie jede Pflanze übrigens, das kann sogar ein Löwenzahn 🙂 ). Problematischer ist eher, dass er sich in Naturschutzgebieten erfolgreich ausbreitet und andere Pflanzen verdrängt. Andererseits bindet er sehr gut Nitrate und wohl auch Schwermetalle, so dass man ihn gerade an Uferböschungen gerne zur Sanierung geduldet hat – als Wettbewerber der ja ebenfalls gerne verteufelten Brennnessel. An Stellen, wo er nicht wachsen soll, kann man ihn durch monatliches Mähen mit der Zeit zurückdrängen, da so den Wurzeln Energie entzogen wird.

Wie das Essen wurde steht hier 😉

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One response to this post.

  1. Mit den Neophyten ist das so eine Sache. Einiges was heute als heimisch gilt, ist auch irgendwann einmal „eingewandert“ … Auf der anderen Seite, wenn sie allzu sehr überhand nehmen, oder gar gefährlich werden (z.B. der Riesenbärenklau, Ambrosia), manches kann man einfach aufessen ;-). Ich kenne (nicht persönlich) sogar jemanden, der aus dem japanischen Knöterich ein Geschäft gemacht hat: http://www.newtritionink.de/shop/index.php?language=de – und: http://www.utopia.de/magazin/saisonal-regional-biologisch-am-ende-landet-man-bei-wildkraeutern-pg-becker-interview

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