Wer hätte das gedacht…ein Klee- Krimi.

Eigentlich sollte dieser Artikel über Klee in meinem Garten eine Fortsetzung der Reihe Wildkräuter und alte Kulturpflanzen werden.
Doch dann kam es anders, denn…
was so niedliche Namen wie Filzklee, Hasen- oder Igelklee nicht vermuten lassen ist tägliche Realität. Der Klee wird ermordet!
(Deshalb aus Pietätsgründen diesmal keine Fotos!)
Da er mancherorts die Angewohnheit hat auf gepflegten Rasenflächen wachsen zu wollen, hat er Feinde unter den menschlichen Gartenbesitzern.
Auch deshalb, weil er Bienen anlockt. Diese wiederum können gelegentlich dem barfüßigen Wiesen- pardon Rasenläufer unangenehm werden.
Da wird dann, laut diversen Gartenforen zur Chemiekeule gegriffen. Auch wenn der Rasen dadurch für einige Tage „giftig“ wird und vor allem von Kindern nicht betreten werden darf.
Doch nicht nur mancher Mensch will dem Klee an den Kragen. Der eigentliche Krimi spielt sich im Pflanzenreich ab:
Stellen wir uns also einmal vor, wir haben da einen ermordeten Klee in unserem Garten und wissen ganz sicher, wir selbst waren es nicht!!!
Auf welches Wissen können wir uns bei der Aufklärung stützen?
Wir wälzen Fachliteratur, schleichen nachts heimlich durch benachbarte Gärten und sammeln Eindrücke von anderen bedrohten oder bereits auf unheimliche Weise vernichteten Kleearten. Wir stellen fest, es muss sich um eine Serie an Kleemorden handeln.
Schwarze Verfärbungen an Stängeln und Laubblättern- ein Indiz für das Treiben der nördlichen und südlichen Stängelbrennerbande.
Oder hier, eine fast abgestorbene Kleepflanze, die den Kleeälchen zum Opfer fällt, welche über die jungen Sprossachsen eingedrungen sind.
Ein Stück weiter- ein Trittbrettfahrer, welcher unter dem Decknamen Klee-Seide ganz harmlos daherkommt. Diese Pflanze braucht zum Überleben die Photosynthese, besitzt aber keine Blätter. Daher windet sie sich um den Klee, dringt in das Leitungsgewebe ein und saugt vampirgleich die Nährlösung ab.
Die undefinierbaren Überreste eines Klees veranlassen uns einen Pathologen einzuschalten. Doch der arbeitet unter erschwerten Voraussetzungen, denn der Kleekrebs (ein Pilz) hat die Stängelbasis befallen und zersetzt das Pflanzengewebe bis zur Unkenntlichkeit.
Inzwischen habe wir den Fall ans Gartenkriminalamt abgegeben. Der unverzüglich herbeigeeilte Kriminalbeamte ermittelt professionell und entlarvt den Kleewürger bei seiner hinterhältigen Arbeit unter Tage.
Dort ist er heimlich, still und leise am Werk und zapft mit Hilfe seiner in die Kleewurzel eingedrungen Keimwurzel, dieser den Lebensaft ab. Er wird umgehend verhaftet.
Ende gut, alles gut…zumindest in diesem Fall.
Vielleicht sollten wir bei all diesen Bedrohungen des Klees mal über geschützte Reservate nachdenken…;)

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3 responses to this post.

  1. Cooler Pflanzenkrimi 😉

  2. Posted by Doris on 4. August 2012 at 19:46

    Hallo Andrea,

    wer hätte das gedacht, dass es bei Euch so mörderisch zugehen könnte?! Habt Ihr Euch nicht über die Kriminalitätsrate informiert, bevor Ihr umgezogen seid? 😉 Da hoffe ich aber schwer, dass die Kommissare vom Gartenkriminalamt für Ruhe sorgen und der Täter hinter Schloss und Riegel kommt. Ab sofort werde ich unseren Klee mit Argusaugen bewachen und wehe dem Bösewicht, der sich da aus dem Erdreich anschleichen will!

    Liebe Grüße,
    Doris

    PS: Klasse Geschichte, gefällt mir sehr gut. Unterhaltsam und lehrreich zugleich. 😉

  3. Hallo Ihr Beiden,

    ja der Kleewürger hat es mir echt angetan und meine Phantasie mal ein bisschen mit mir durchgehen lassen…

    Andrea

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