Dreierlei Springkraut

Drei Arten Springkraut sind in unserem nahen Wald zu finden. Das einzig heimische davon ist das goldgelb blühende große Springkraut. Es wird bis knapp einen Meter hoch und ist vielen als „Rühr mich nicht an“ bekannt.

Das ebenfalls gelb blühende kleinblütige Springkraut reicht uns mit seinen ca. 50 cm gerade bis an die Knie. Wie der Name schon sagt, sind seine Blüten kleiner als beim großen Springkraut und wesentlich blasser. Ursprünglich stammt es aus Sibirien. Hierzulande soll es 1837 aus dem botanischen Garten in Berlin ausgewandert sein und verbreitet sich nun fröhlich in Laub und Nadelwäldern.
Das größte der drei Springkräuter ist jedoch das aus Asien eingewanderte, rot blühende drüsige Springkraut. Es wird bis zu drei Metern hoch und seine reifen Samen können bis zu sechs Metern weit springen. Lange standen die beiden eingewanderten Springkräuter unter Verdacht andere Pflanzen zu verdrängen, da sie sich sehr flächendeckend ausbreiten. Doch inzwischen zeigt sich, das sie meist nur an Standorten wachsen, an denen keine anderen Pflanzen gedeihen.
Obwohl alle Springkräuter als leicht giftig gelten sind sie essbar. Hier macht wie so oft mal wieder die Dosis das Gift. Trotzdem sollte jeder für sich abwägen und bei Allergikern und Kindern ist eine vorsichtige Annäherung an neue Pflanzen immer geboten!
Die wunderschönen, orchideenartigen Blüten können in kleinen Mengen als essbare Deko verwendet werden. In größeren Mengen roh gegessen kann die Pflanze stark abführend wirken. Die Medizin setzt sie in hohen Dosen als Brechmittel ein.
Die Blätter können gekocht als Gemüse gegessen werden, schmecken aber rauh und keineswegs lecker.
Jetzt im September und Oktober kann man(n), und frau natürlich auch, die kleinen runden Samen ernten. Sie haben ein leckeres Nussaroma und können in kleinen Mengen roh gegessen oder zu Wüzpasten und in Gebäck verarbeitet werden.
Der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Ganz fleissige Sammler können daraus auch ein Speiseöl pressen.
Doch wie sammelt man eigentlich Springkrautsamen, wenn sie einem bei der kleinsten Berührung schon um die Ohren fliegen? Entweder wartet man erst gar nicht, bis sie reif sind und sammelt die noch weißen Samen, die genauso wie die ausgereiften verwendet werden können. Oder… man stülpt eine kleine Gefriertüte darüber, bevor man sie berührt, so das die Samen gleich von selbst ins „Verhüterli“ hüpfen… 😉

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4 responses to this post.

  1. Posted by Doris on 26. August 2012 at 20:46

    Das große Springkraut mag ich total gern. Danke für die Erinnerung, was den Namen betrifft, denn neulich stand ich davor und mir wollte partout der Name nicht einfallen. Das Indische Springkraut verbreitet sich hier bei uns immer mehr, im Wald und an Wegesrändern. Unter Jägern hat es nicht viele Fans, wie man sich denken kann. Insgesamt muss ich sagen, dass unser heimisches Springkraut mir auch lieber ist. Das ist irgendwie nicht so aufdringlich. 😉

    Viele Grüße,
    Doris

    • Hallo Doris,

      ja, bei uns ist es inzwischen auch mehr als häufig zu finden. Aber die Samen sind echt ein Genuss. Denn ich weiss selbst erst seit kurzem, das man sie essen kann. Ich werde eine ganze Menge ernten und sie in der Weihnachtsbäckerei verwenden.

      Alles Liebe!

      Andrea!

  2. Posted by Doris on 2. September 2012 at 14:36

    Hallo Andrea,

    …Weihnachtsbäckerei …. klingt verlockend bei dem kühlen Septemberstart, den wir hier gerade haben. Vielleicht schickst Du mir ja einen Keks zum Probieren, wenn es denn soweit ist. 🙂

    Liebe Grüße,
    Doris

  3. […] einen eine bestimmte Pflanze “anspringt” oder nicht, aber Andreas Beitrag zum Thema Springkraut hatte mich an irgendwas erinnert. Da war doch was?! Ja, da war was, nämlich ein Bild, das mir vor […]

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