Wald- oder Wiesenwachtelweizen?

Wiesenwachtelweizen

Der Urlaub ist schon eine Weile her und damit auch das Rätsel, um welchen Wachtelweizen es sich bei unserer Entdeckung gehandelt hat.
Bei der Recherche gab es allerdings nicht nur Wald- und Wiesen -Wachtelweizen, sondern auch Bart-, Acker- und Hain-Wachtelweizen.
Der Acker-Wachtelweizen ließ sich recht schnell ausschließen, den der Halbparasit wächst auf Getreidepflanzen und blüht hell- bis lila-rot. Unserer blühte gelb.
Verunreinigungen mit Acker-Wachtelweizen führten früher zu einer bläulich schwarzen Verfärbung des Brotes und machten es ungenießbar.
Doch unseren Wachtelweizen hatten wir im Wald gefunden.
Der Bart-Wachtelweizen konnte es auch nicht sein, denn der wächst nur sehr selten und dann in den Alpen oder Karpaten. Da unser Urlaub allerdings an der Ostsee stattfand, ein absolutes Ausschlusskriterium.
Also vielleicht der Hain-Wachtelweizen. Er wächst gerne im Halbschatten, im Gebüsch und an Waldrändern. Das passt dachten wir und gelbe Blüten hat er auch, genau wie unserer.
Von wegen, denn er hat auch blau violett gefärbte Hochblätter. Unserer aber nicht.
So, blieben noch Wald- und Wiesen-Wachtelweizen. Das ist ja einfach, dachten wir. Unseren haben wir schließlich im Wald gefunden und nicht auf der Wiese.
Damit waren wir ganz sicher, wir haben es mit dem ungiftigen Wald-Wachtelweizen zu tun. Juchu! Rätsel gelöst!

Wiesenwachtelweizen

Wäre da nicht noch dieser Absatz gewesen, den ich fast überlesen hätte, weil ich mir ja schon so sicher war.
Der schwach giftige Wiesen-Wachtelweizen ist sehr formenreich und leicht mit dem Wald-Wachtelweizen zu verwechseln. Lediglich die Blütenlänge gibt hier Aufschluss und die Form des Blütenschlundes. Denn die sind bei der Wiesenversion 12- 20 mm lang, Schlund fast geschlossen. Bei der Waldversion dagegen nur 6- 9 mm, Schlund der Blüte offen.
So ohne direkten Vergleich war das für mich anhand der Fotos nicht erkennbar. Doch dann der entscheidende Hinweis:
Der Wald-Wachtelweizen beschränkt sein Wachstum hier in Deutschland auf die Alpen und höheren Mittelgebirge.
Also doch der Wiesen-Wachtelweizen!

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3 responses to this post.

  1. Posted by Doris on 14. Oktober 2012 at 16:22

    Was es nicht alles gibt! 😉 Es ist ein prima Gefühl, wenn man so ein Pflänzchen endlich eindeutig identifiziert hat, nicht? Das ist manchmal echt nicht leicht, weil die Fotos in den Bestimmungsbüchern auch nicht immer so eindeutig sind. Da muss man wirklich Forschergeist aufbringen und Akribie, um die richtige Lösung zu finden.

  2. Hallo Doris,
    hast recht. Aber ich finde es auch immer wieder toll, wenn es dann doch noch gelingt und… man merkt es sich auch viel besser, wenn man so richtig forschen musste.

    Alles Liebe!

    Andrea!

  3. Danke, jetzt weiß ich wie dieses Pflänzchen heißt . Schon oft gesehen aber auch noch nie nachgeschlagen. Nach den Fotos ist es sogar der
    Hellgelbe Wiesen- Wachtelweizen
    (Melampyrum pratense ssp commutatum)
    LG
    Claudia

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