Kornelkirschenkochereien

Herbsturlaub ist klasse, hat man doch endlich Zeit für die Schätze, die sich in der Tiefkühltruhe, auf der Fensterbank und auf der Festplatte angesammelt haben. Wenn dann auch noch die Oktobersonne dazu scheint, macht das ruhige Tun wirklich zufrieden. Schön! Wie so oft habe ich mir ein bisschen zuviel vorgenommen für die paar Tage, aber die Kornelkirschen sind fast alle verarbeitet, jawoll.Einen kleinen Teil habe ich schon vor etwa vier Wochen mit Essig angesetzt, damit das irgendwann noch mal was wird mit der Kornelkirschenbutter. Seit der letzten Bäumchen-schüttel-dich-Aktion lagen weitere 2 kg der herben Wildfrucht in der Tiefkühltruhe. Die habe ich neulich auf einen Schlag entsaftet und bis auf einen kleinen Rest nach einem „Frei-Schnauze-Rezept“ mit Apfelsaft, Kornelkirschensaft, Zitrone, Vanille und natürlich Gelierzucker in der angegebenen Menge (na ja, so ungefähr jedenfalls) zu einem köstlichen fruchtig-herben Gelee mit einer sensationellen Farbe eingekocht.

Mein Kochexperiment ist geschmacklich durchaus gelungen, taugt aber leider nicht zum kleckerfreien Frühstück. Das Frühstücksbrötchen muss mit ruhiger Hand geführt werden, damit der Belag nicht den Abgang macht. Wir frühstücken deshalb seit Neuestem ziemlich vorsichtig und vermeiden große Gesten. 😉

Kurz nach dem Abfüllen schwante mir schon irgendwie, dass ich die Gelierprobe zu optimistisch eingeschätzt haben könnte; dabei sah auf dem Teller der zeitliche Abstand zwischen Tropfenlaufen und Gelieren ganz passabel aus. Im Glas kam die gewünschte Festigkeit aber nicht richtig zustande, auch nicht nach einem mehrtägigen Kühlschrankaufenthalt. Das liegt wahrscheinlich an zuviel „auf ungefähr“ in meiner Kornelkirschenkocherei, nachdem ich den Geschmack mehrfach mit Zitronensaft und noch einem Schuss von einem der beiden Hauptzutaten nachjustieren musste, weil mir die ursprüngliche Mischung zu süß war. Aber egal – das Rot sieht im Joghurt, auf Vanilleeis oder Vanillepudding mindestens ebenso gut aus wie auf dem Frühstücksbrötchen und auf dessertartigen Unterlagen ist es ja direkt erwünscht, dass die Soße der Schwerkraft nach unten folgt. Ansonsten gilt bei uns eben ab jetzt die Devise „Fuchtelfreies Frühstück“. Da muss man einfach flexibel sein, Hauptsache, es schmeckt!

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6 responses to this post.

  1. Hallo Doris
    Genau so ging es mir auch. Ich experimentiere mit Xylitzucker und Marmelade, das heißt ich versuche zahngesunden Brotaufstrich herzustellen. Der 1. Versuch mit Sauerkirschengelee führte auch zu „Fuchtelfreiem Frühstück“. Bei meinem 2. Versuch habe ich viele Apfelschalen mitgekocht und jetzt könnte man die Marmelade auch als Hüpfball benutzen. Aber aus Fehlern lernt man und es schmeckt trotzdem.
    Heute soll es bei uns noch 20° geben aber bis jetzt sieht es noch nicht so aus.
    LG
    Claudia

    • Posted by Doris on 18. Oktober 2012 at 22:53

      Hallo Claudia,

      ich stelle mir gerade vor, wie Du auf dem Marmeladenhüpfball durch die Küche hüpfst. Genial! Das wäre eine tolle Illustration in einem Marmeladenkochbuch.
      Mir passiert es eigentlich selten, dass die Marmelade nicht so die gewünschte Konsistenz hat, drum hats mich auch ein wenig gewurmt. Aber man lernt nicht aus und muss manchmal einfach Lehrgeld zahlen, weil man aus der Erfahrung heraus am besten lernen kann.
      Bei uns ist es momentan wieder angenehm warm, jedenfalls tagsüber. Ich hoffe, das schöne Wetter ist bei Dir auch angekommen!

      Liebe Grüße,
      Doris

  2. Hallo Doris
    Ich bekomme das Bild wie ich durch die Küche hüpfe nicht mehr aus dem Kopf 🙂
    Und ja es ist wunderschönes Wetter- Altweibersommer.
    Grüße
    Claudia

  3. Posted by Doris on 24. Oktober 2012 at 20:06

    Kornelkirschengelee in Joghurt gerührt schmeckt ganz toll und gibt dem Joghurt auch eine schöne Farbe. Meine geleeartige Soße werde ich in Kürze mit Panna Cotta versuchen. Ich glaube, das wird richtig, richtig gut ….

  4. Oh ja, das mache ich auch gern – selbst gemachte Marmelade ins Joghurt rühren. Seit ich weiß, dass im gekauften Fruchtjoghurt alles andere als Früchte drin sind, kaufe ich nur noch Naturjoghurt. Und das mit Marmelade verrührt, schmeckt einfach klasse.
    Das mit den Kornelkirschen werde ich mir fürs nächste Jahr merken, liebe Doris.

    Herzliche Grüße
    Renate

  5. Hallo Renate,

    ja, ich kaufe auch keinen „Frucht“-Joghurt mehr. Der ist mir viel zu süß und wie Du schon sagst, hat er meistens auch keine oder fast keine Frucht gesehen. Ich mag es ganz gern, wenn ich den Geschmack selber steuern kann mit einem Löffelchen Marmelade oder Gelee mehr oder weniger.

    Viele Grüße,
    Doris

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