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Chilischwemme

Sooo viele Chilis dieses Jahr! Als ich im zeitigen Frühjahr die Samen auf der Fensterbank vorgezogen habe, nahm ich extra ein paar mehr. Das Saatgut war schon älter und ich dachte, so würden wenigsten zwei, drei Pflanzen aufgehen. Doch dann sind sie alle aufgegangen!
Und da ich so ungern welche wegwerfe , haben sie alle einen Platz im Gewächshaus und aus Platzmangel eben einfach in Töpfen auf der Terrasse bekommen. So würde sich der Überschuss vermutlich auf natürliche Weise lösen, dachte ich. Ich bin davon ausgegangen, das der ostfriesische Sommer nicht genug Sonne und Wärme zu bieten hätte, damit die Chilis ausreifen würden.

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Doch weit gefehlt, alle Pflanzen gediehen prächtig und so kam es zur Chilischwemme.
Wir essen sehr gerne scharf und verwenden sie fast täglich in der Küche. Doch diese Massen würden für den Rest unseres Lebens reichen, vorausgesetzt wir werden mindestens einhundert Jahre alt ;).
Es musste also noch eine zusätzliche Verwertungsidee her!
Und hier ist sie:
Ich habe die Chilis in allen Reifegraden und Farben geerntet.

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Mit Hilfe einer Nadel habe ich sie auf Baumwoll- oder Bastfäden gezogen und zum Trocknen aufgehängt. Sie hängen unter unseren Lampen im Eingangsbereich und im Wohnzimmer. Das war praktisch, da ich so keine extra Schnüre spannen musste und zudem sieht es dekorativ aus.

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Wenn sie völlig getrocknet sind, steht Weihnachten vor der Tür. Dann werden die Chilizöpfe die Weihnachtspäckchen zieren. Und wer sie gerne mag, hat gleich eine peppige Würze für das kommende Jahr ;).

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Physalis, Lampionblume, Kapstachelbeere…

Ja, was denn jetzt? Sind diese orangenen Dinger, die ich als Physalis kenne denn jetzt Lampionblumen oder Kapstachelbeeren? Oder Ananaskirschen, Erdbeertomaten, Andenbeeren oder doch Judenkirschen?
Oder vielleicht alles auf einmal? Mal sehen, was sich dazu herausfinden lässt.

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Von den Blasenkirschen ( Physalis von physa für Blase/griechisch)
gibt es etwa 90 Arten, wovon 75 auf dem amerikanischen Kontinent zu Hause sind. Nur die Lampionblume (Physalis alkekengi) stammt ursprünglich aus Europa und möglicherweise China. Inzwischen hat sie jedoch auch den Sprung nach Nordamerika geschafft.

Die Kapstachelbeere (eine Unterart der Blasenkirsche) ist in Südamerika und Mexiko beheimatet, was auch zu Bezeichnungen wie Andenbeere und Andenkirsche führte. Sie wurde wohl von portugiesischen Seefahrern nach Südafrika gebracht und hat sich gerade in der Umgebung des Kap der guten Hoffnung sehr heimisch gefühlt, was ihr diesen Namen einbrachte. Die Kapstachelbeeren (physalis peruviana)werden als Obst und Gemüse angebaut und wegen ihrer besonders schönen Fruchthülle gern als Dekoration eingesetzt. Hier in Deutschland trägt sie meist nur den Namen Physalis.

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Die Tomatillo(physalis philadelphica) wird in den USA als Gemüse angebaut und hat es geschafft sich in die Türkei einschleppen zu lassen, wo sie nun auch fröhlich gedeiht.
Ananaskirsche (physalis grisea) und die Erdbeertomate (physalis pruinosa) werden als Obst angebaut. Die Früchte der meisten anderen Arten, so heißt es, haben einen unangenehmen Beigeschmack.

Der orangefarbene Fruchtballon führte zum Namen Judenkirsche,da nach diversen Kleiderordnungen im Frühmittelalter eine in Form und Farbe ähnliche Kopfbedeckung für Juden zu tragen war.
Auf die Bezeichnung Kirsche kam man durch die runden, kirschähnlichen Früchte der Physalis.

Im Feng- Shui steht die Physalis für Geldsegen…also nichts wie los… und ein paar dieser fröhlich orangen Pflanzen nach Hause geholt!;)

Ein kleiner Spaziergang mit Folgen…

Herbstzeit – Erntezeit! Ich weiß ja nicht, wie es Euch damit geht. Aber wenn ich diese herrlichen Wildfrüchte sehe, die Vogelbeeren und Schlehen, die leuchtend roten Hagebutten und die Beeren des Weißdorn in ihrer Fülle, dann kann ich gar nicht anders. Dann packt mich die Sammelleidenschaft und der kleine Spaziergang endet mit einer großen Stofftasche voller Beute.

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Doch was mir beim Sammeln meist nicht in den Sinn kommt, ist der Gedanke daran, das all die Pracht ja auch, am besten sofort, verarbeitet werden will. Puuuhh! Das kann dauern!

Erstmal einen Teil der Hagebutten und die Vogelbeeren zum Trocknen bei 30°C in den Ofen. Die Schlehen kommen erst noch mal ins Gefrierfach, denn Frost hatten sie noch keinen.

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Dann die Weißdornbeeren von den Stielen zupfen und vorerst zur Seite stellen. Jetzt sind die Kartoffel- Hagebutten dran. Ich gebe sie ganz in einen Topf und koche sie weich. Dann ab durch die flotte Lotte. Anschließend noch durch ein gaaanz feines Sieb streichen…das dauert :(. Aber das Ergebnis läßt sich sehen. Ganz feines Hagebuttenmus;). Ich fülle es in einen Eiswürfelbehälter und friere es ein.

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So habe ich es gleich portioniert und kann es je nach Bedarf für Suppe, Soßen oder gemischt mit Honig, Agavendicksaft oder Apfelmus als Marmeladenersatz verwenden.

Als nächstes setze ich Hagebutten und Weißdornlikör an. Nach altbewährter Methode. 1/3 Kandis, 1/3 Früchte. Den Rest, je nach Geschmack, mit Doppelkorn oder Wodka aufgießen. Die Schlehen werden morgen ebenfalls zu Likör verarbeitet, allerdings mit Rum. So mag ich ihn am liebsten.

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Der Weißdorn ist eine Herausforderung, denn es ist mir kein wirklich schmackhaftes Rezept mit den Beeren bekannt. Der Likör ist ein Versuch. Probeweise habe ich in eine Flasche noch Hagebutten zugegeben. Mal sehen, was daraus wird, ich halte Euch auf dem Laufenden.

Vielleicht hat ja jemand von Euch da draußen noch ein selbst erprobtes, wirklich leckeres Weißdornbeerenrezept auf Lager und mag es mit uns teilen…?! 

 

 

 

 

Sonnenblumen

Wer kennt ihn nicht, den liebgemeinten Rat:

„Mach es wie die Sonnenblume, die ihr Gesicht stets dem Licht zuwendet, damit die Schatten hinter sie fallen“

Die Eigenart der Pflanze sich dem Licht zuzuwenden, nennt man Heliotropismus.

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An sonnigen Tagen richtet sie sich von Ost nach West aus und kehrt dann in der Nacht wieder nach Osten zurück um die ersten Strahlen des neuen Sonnenaufgangs zu erwischen. Allerdings drehen nur die Blätter und Knospen bis zu deren Reife.Die reifen Fruchtstände bleiben meist im Osten stehen.

Helianthus annuus ist wohl eine der beliebtesten Blumen weltweit.

Und das nicht erst seit heute. Wie aus der Geschichte bekannt ist, wurde sie bereits 2500 v. Chr. von den Inkas als Abbild ihres Gottes angebaut und erst um 1550 von Amerika aus durch spanisch Seefahrer nach Europa gebracht.

Ihr deutscher Name ist die nahezu wörtliche Überstzung des lateinischen, den helios bedeutet Sonne und anthos Blume. Sie gehört zur Familie der Korbblütler, wie etwa der Löwenzahn. Der Blütenkorb selbst enthält bei Sonnenblumen oft bis zu 15000 Einzelblüten.

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Die aus Samen gezogenen Sonnenblumen auf dem Foto stehen vor unserem Haus und sind stattliche 2,5 bis 3 Meter hoch. Ins Guinessbuch der Rekorde kommen wir damit allerdings bei weitem noch nicht. Gerade vor ein paar Tagen war die Nachricht zu lesen, das ein Herr Schiffer es zum dritten Mal dieses Jahr geschafft hat dort hineinzukommen. Und zwar mit einer Sonnenblume von 8,75 Höhe!!!

Und um jetzt noch einmal den Bogen zum Anfang zu spannen… wie bei uns Menschen gibt es auch bei der Sonnenblume verschiedene Typen 😉

Da ist der Öltyp, der besonders viele Röhrenblüten besitzt, die zu Samen mit geringem Schalenanteil ausreifen und so leicht und fließend seine innere Sonne weitergibt.

Der Futtertyp, mit viel Blattsubstanz und Körperfülle…gut geeignet zur Silagegewinnung.

Den Ziertyp, der viel Wert auf sein äußeres Erscheinungsbild legt und oft mehrere Blütenstände vorweisen kann.

Und last but not least: den Speisetyp, der sich durch große und locker sitzende Kerne ausweist, gerne gibt und gut loslassen kann und so alle nährt.

Eine sonnige und wärmende Herbstzeit wünscht Euch

Andrea!

Endlich Frühling, endlich Pflanzzeit…

…und dann das!
Eigentlich wollte ich meine Beete für die auf der Fensterbank vorgezogenen Pflänzchen vorbereiten. Doch siehe da, die Natur war schneller. Alles bereits besetzt!
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Mit einem der meist gehassten „Unkräuter“, dem Franzosenkraut.
Früher habe ich das ganz genauso gesehen und es einfach mit mißgelaunter Miene herausgerissen und weggeworfen.
Heute ist das Franzosenkraut , genauer gesagt, das behaarte Franzosenkraut für mich ein Wildkraut, das die Frühjahrsküche bereichert und geerntet statt herausgerissen wird.
Ab Mai kann man die zarten Blüten, Blätter und Triebspitzen roh in Salaten, Kräuterquark oder auf dem Buttebrot verwenden.
Neben Mangan enthält das Franzosenkraut Eisen, Calzium, Mangnesium, Kalium und die Vitamine A und C, was dem Körper nach dem Winter durchaus gut tun könnte.
Im Sommer kann die ganze Pflanze ähnlich Spinat in Gemüse- und Suppengerichten verwendet werden. Auch für den Entsafter ist sie geeignet, außer den etwas zähen Stängeln.
Und wer nicht genug davon bekommen kann oder einfach Unmengen davon im Garten hat, kann sie auch trocknen und in Gläsern als Suppeneinlage für den Winter aufbewahren.
Und jetzt noch ein Tipp für ganz begeisterte Franzosenkrautfreunde:
Die Pflanzen bilden von Juli bis Oktober fortlaufend Samen, die ganz leicht ausgeschüttelt werden können (daher ja auch die massenhafte Verbreitung). Man kann sie z. B. in eine Papiertüte schütteln und im Winter auf der warmen Fensterbank keimen. Als vitaminreiche Zutat zu allerlei Speisen.
Wer von Euch schon eigene kulinarische Erfahrungen mit dem Franzosenkraut gemacht hat, ist eingeladen sie hier mit uns zu teilen.
Oder bin ich die einzige „Verrückte“, die so etwas isst?

Nadelt der Baum schon?

Hier ein kurzer, praktischer Tipp zur Entspannung bei Stress, Kälte und wenn der Baum nadelt 😉

Kratzt einfach die Nadeln aus dem Teppich, bis ihr drei Esslöffel zusammen habt. Diese dann mit einem Liter Wasser wie Tee zu einem Sud aufkochen, zehn Minuten mit geschlossenem Deckel ziehen lassen und durch ein Sieb in die gefüllte Badewanne gießen. Reinlegen, den Duft und die Wärme genießen und einfach mal entspannen.

Viel Vergnügen und frohe Weihnachten wünscht Euch Andrea.

Wald- oder Wiesenwachtelweizen?

Wiesenwachtelweizen

Der Urlaub ist schon eine Weile her und damit auch das Rätsel, um welchen Wachtelweizen es sich bei unserer Entdeckung gehandelt hat.
Bei der Recherche gab es allerdings nicht nur Wald- und Wiesen -Wachtelweizen, sondern auch Bart-, Acker- und Hain-Wachtelweizen.
Der Acker-Wachtelweizen ließ sich recht schnell ausschließen, den der Halbparasit wächst auf Getreidepflanzen und blüht hell- bis lila-rot. Unserer blühte gelb.
Verunreinigungen mit Acker-Wachtelweizen führten früher zu einer bläulich schwarzen Verfärbung des Brotes und machten es ungenießbar.
Doch unseren Wachtelweizen hatten wir im Wald gefunden.
Der Bart-Wachtelweizen konnte es auch nicht sein, denn der wächst nur sehr selten und dann in den Alpen oder Karpaten. Da unser Urlaub allerdings an der Ostsee stattfand, ein absolutes Ausschlusskriterium.
Also vielleicht der Hain-Wachtelweizen. Er wächst gerne im Halbschatten, im Gebüsch und an Waldrändern. Das passt dachten wir und gelbe Blüten hat er auch, genau wie unserer.
Von wegen, denn er hat auch blau violett gefärbte Hochblätter. Unserer aber nicht.
So, blieben noch Wald- und Wiesen-Wachtelweizen. Das ist ja einfach, dachten wir. Unseren haben wir schließlich im Wald gefunden und nicht auf der Wiese.
Damit waren wir ganz sicher, wir haben es mit dem ungiftigen Wald-Wachtelweizen zu tun. Juchu! Rätsel gelöst!

Wiesenwachtelweizen

Wäre da nicht noch dieser Absatz gewesen, den ich fast überlesen hätte, weil ich mir ja schon so sicher war.
Der schwach giftige Wiesen-Wachtelweizen ist sehr formenreich und leicht mit dem Wald-Wachtelweizen zu verwechseln. Lediglich die Blütenlänge gibt hier Aufschluss und die Form des Blütenschlundes. Denn die sind bei der Wiesenversion 12- 20 mm lang, Schlund fast geschlossen. Bei der Waldversion dagegen nur 6- 9 mm, Schlund der Blüte offen.
So ohne direkten Vergleich war das für mich anhand der Fotos nicht erkennbar. Doch dann der entscheidende Hinweis:
Der Wald-Wachtelweizen beschränkt sein Wachstum hier in Deutschland auf die Alpen und höheren Mittelgebirge.
Also doch der Wiesen-Wachtelweizen!