Archive for the ‘Wildkräuter’ Category

Mitmachaktion „Melisse 2014“!

Gerade lese ich auf Karin Greiners Blog was Interessantes für die kreativen Duftpflanzenliebhaber unter Euch: Überlegt, was für köstliche, duftvolle, schöne Dinge Ihr mit einer Melisse anstellen würdet und macht mit beim Wettbewerb rund um die Duftpflanze 2014!

Ausgerufen wird die Aktion von der Vereinigung für Aromapflege und gewerbliche Aromapraktiker/-innen in Österreich (VAGA). Stöbert mal auf der Aktionsseite „The Scentdrop“ und lasst Euch inspirieren von den tollen Ideen zum Thymian, der in diesem Jahr die Duftpflanze des Jahres war. Das Gute ist, dass letztlich alle gewinnen, denn über diese Wettbewerbsplattform könnt Ihr Euch weiter mit anderen Duft-, Heil- und Wildpflanzenfreunden vernetzen und neue Kontakte knüpfen.

Also klickt rüber, lest nach, kocht Euch einen schönen Tee und wandelt die Novemberstürme in einen Melissen-Brainstorm um. Viel Spaß!

PS: Mein Beitrag werden die kreativen Möglichkeiten zur Schreibweise des Wortes „Duftpflanze“ werden, glaube ich. Duftflanze, Duftfplanze, Duftplfanze, …

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Auch Wildkräuter können rotieren … Samenrotation 2013

Wenn Euch beim Aufräumen im Garten Samen von interessanten Wildkräutern in die Hände fallen, werft sie nicht auf den Kompost. Nein, tütet sie ein, beschriftet das Tütchen und macht mit bei der Samenrotation 2013. Dann landen sie bestimmt bei bestimmt bei Gärtnerinnen und Gärtnern, die noch Zuwachs für die Wildecke auf ihrer Scholle suchen. Und das Beste: Ihr bekommt tolle Samen zurück für Euren eigenen Garten! Warnung: Der Hibbelfaktor ist riesengroß, die Spannung fast unerträglich, aber die Aktion macht unheimlich viel Spaß und man trifft gleichgesinnte Pflanzenfans.

Die Details findet Ihr bei Claudia vom Kräuterklatsch-Blog oder direkt bei Marcel vom Balkongarten-Blog, der die Aktion in diesem Jahr organisiert. Viel Spaß beim Rotieren! 🙂

Verstreut und gar nicht brach

Was ist das denn?! Eine Brachfläche, mitten im saftigen Grün? Hatte der Bauer keinen Bock zum Mähen oder was?

Streuwiese

Ja und nein. 😉 Es handelt sich um eine Streuwiese, die da so vertrocknet und – völlig untypisch – ungemäht mitten in den kurzgeschorenen Wiesen steht. Genau betrachtet ist es ein Relikt aus vergangenen Zeiten, als die Landwirtschaft noch nicht so intensiv und raumgreifend war. Früher war es ganz normal, dass bestimmte Flächen nicht gemäht wurden, weil die Wiesen nass, sauer und für Maschinen schwer zugänglich waren. Das Vieh mochte die harten Gräser nicht, die natürlich auch kein gutes Heu ergeben hätten. Doch auch damals musste das Vieh im Winter trocken in den Stallungen stehen, nur wurde Getreide wurde noch nicht im großen Stil angebaut, weshalb es auch weniger Stroh gab als heute. Gewusst wie: Man mähte die sauren Wiesen mit den harten Gräsern und Schilfpflanzen erst im Herbst und nutzte die Mahd als Einstreu. Daher der Name „Streuwiese“, wie ich heute gelernt habe. Ich dachte immer, die heißen so, weil die Pflanzen vor dem Mähen absamen und die Samen verstreuen können. Ich bin nie wirklich auf die Idee gekommen, dass diese Flächen letztendlich auch Nutzflächen waren und das in Süddeutschland sogar bis in die 60er Jahre hinein.

Streuwiese_InfotafelHeute werden Streuwiesen meistens von Naturschutzverbänden gepflegt oder zumindest finanziert. Engagierte Menschen erhalten damit  Lebensräume für Pflanzen und Tiere, die in unserer „normalen“ Kulturlandschaft mit bis zu drei oder vier Mahden pro Jahr nicht überleben können. Spätblüher wie zum Beispiel verschiedene Knabenkräuter (Orchideen!) brauchen solche Standorte, weil sie sich sonst nicht vermehren können. Brachvogel, Kiebitz und viele Schmetterlingsarten trifft man kaum noch an, aber in den Streuwiesen finden sie Schutz und Nahrung für ihre Nachkommenschaft. Im Herbst sieht das Ganze etwas tot aus, ist es aber nicht: Die Samen fürs nächste Jahr liegen schon im  dem Boden, ebenso wie viele verpuppte Raupen.

Viele ehemalige Streuwiesen sind  in der Vergangenheit drainiert worden und heute nicht mehr als solche zu erkennen. Die Zeit kann man nicht mehr zurückdrehen, aber es ist gut, dass sie in manchen Landschaften ein bisschen stehenbleiben darf.

Wickelfrucht

Eigentlich wollten wir ja den schönen „Park der Gärten“ in Bad Zwischenahn in seiner illuminierten Pracht sehen – jedes Jahr wird dort für ein Wochenende nicht die Tür zu, sondern das Licht angemacht. Viele Lichtereignisse sollen die vielen Besucher in ihren Bann ziehen.
Das Taten sie auch dieses Jahr. Kaum angekommen, verfinsterte sich der Himmel schnell. Und zwar richtig finster. Eine Gewitterfront zog herab und bot Lichtereignisse der eigenen Art. Die Pfiffigeren – zu denen wir gehörten – konnten noch in einem Glashaus Zuflucht finden – nicht gerade der entspannteste Rückzugsort, wenn es um einen herum blitzt und kracht. In einer Regenpause wurde dann der Park geräumt und die Veranstaltung abgebrochen. Schade – nun müssen wir wieder ein Jahr warten 😦
Beim Hineingehen habe ich noch eine interessante Frucht gefunden, die ich mal wieder als Rätselbild einstellen will. Ihr kennt sie alle, oder? Leider nicht ganz scharf auf dem Foto – so habt Ihr zumindest eine Ausrede 😮
Tipp: die Pflanze ist hier im Blog schon aufgetreten. Die Blüten habe ich schon oft genutzt, aber die Frucht ist mir noch nie aufgefallen…
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Codewort: Pimp my Kräuterbuschen!

Was ist denn Eurer Meinung nach das absolut Blödeste, was einer Kräuterpädagogin vor einer Veranstaltung passieren kann, bei der jeder Teilnehmer einen Kräuterstrauß zu Maria Himmelfahrt mit nach Hause nehmen soll? Na? Ganz einfach: Die Anmeldeliste ist voll, das Wetter ist super … und die Wiesen und Wegränder sind frisch gemäht. Sehr frisch, nämlich erst vor ein oder zwei Tagen, und was nicht abgemäht wurde, ist in den letzten Tagen vertrocknet. Super-GAU, denn der Veranstaltungsort im Münchner Randgebiet ist per Internet und Druckwerk kommuniziert und örtliches Ausweichen unmöglich, weil der Treffpunkt an der S-Bahn liegt. Endzeitstimmung. Alles weg. Und jetzt? Ganz einfach: Nicht lange fackeln, sondern einen Rundruf unter den Teilnehmern starten: Wer kann was mitbringen für die Aktion „Pimp my Kräuterbuschen“, ob aus dem Garten oder der Wildnis, völlig egal. Je mehr Frauenkräuter, desto besser, und Blühendes wäre auch schön.

Gartenbeete voll mit Heilpflanzen sind ja nun praktisch, aber voll unsportlich und überhaupt, Ringelblumen oder die üblichen Duftkräuter wie Melisse und Salbei sind doch irgendwie nicht „wild“ genug. Also bin ich am Dienstagabend kurz vor der Dämmerung noch los gezogen auf Entdeckungstour nach passenden Wildkräutern, bewaffnet mit einer Blumenschere, aber dummerweise ohne einen Korb oder ein anderes Transportmittel. Eigentlich wollte ich nur ein paar Goldruten schneiden, aber dann … erinnert Ihr Euch noch an das Gefühl als Kind, beim Blumenpflücken?

Kräuterstrauss_XXL

Der Strauß konnte gar nicht dick genug sein und man war erst zufrieden, wenn die Hände ihn kaum noch fassen konnten. War doch so, oder? So ging es mir, als ich nach einer Stunde schwer bepackt und mit offenem Schuhband wieder daheim ankam: Goldruten, Springkraut, Blutweiderich, Rossminze, Kratzdistel, Wilde Möhre, Schafgarbe, Wasserdost und dazu noch einige mir unbekannte Pflanzen – ein Kräuterbuschen XXL, mein riesigster Wildblumenstrauß seit Jahrzehnten. Im Gegensatz zu Sieglinde hatte ich dann eine ziemlich entspannte Nacht, glaube ich. 😉

Ihre Sorge war übrigens völlig unbegründet, denn der S-Bahnhof in Neubiberg und der Randstreifen entlang der Gleise erwiesen sich als eine wahre Fundgrube. Kaum zu glauben, was da alles wächst: Wilder Dost, Seifenkraut, Kletten, Malven, Steinklee, Brennesseln, Johanniskraut, Odermenning, Schachtelhalm, Wegwarte, Nachtkerze, um nur ein paar der Schätze zu nennen, die wir gefunden haben. Sieglinde kam aus dem Erklären gar nicht mehr heraus: Was ist dies, was ist das, ist es heilkräftig, wie wirkt es, wie schmeckt es.

Da hätte es meinen Kräutereimer und die Mitbringsel der anderen Teilnehmerinnen eigentlich gar nicht mehr gebraucht, aber nach der kleinen Wanderung konnte jeder seinen Strauß nach Gusto ergänzen und zufrieden nach Hause gehen mit einem persönlichen Kräuterbuschen für Tees, Tinkturen oder Räucherwerk. Traditionell begleitet er Familie und Haushalt für die kommenden 12 Monate; kichlicher Segen kann heutzutage, muss aber nicht. Und wie unser lokaler Veranstaltungskalender zeigt, ist das Kräuterbuschenbinden eine feste Größe im Jahresablauf.

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Mein Strauß trocknet gerade. Er folgt keinen strengen traditionellen Gesichtspunkten, was die enthaltenen Pflanzen und ihre Anzahl angeht, sondern ist einfach nur „meiner“.  Ich bin gespannt, ob ich alle Kräuter auch im trockenen Zustand wiedererkenne. Schnuppern, schmecken, anfassen – wird schon klappen,  heilkräftig sind sie schließlich alle.

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Sieglinde Schuster-Hiebl bietet übrigens viele interessante Veranstaltungen in und um München an. Einen Teil ihres aktuellen Programms findet Ihr hier. Wer sich genauer über den Brauch der Kräutersträuße zu Maria Himmelfahrt informieren möchte, findet im Internet viel Wissenswertes und Interessantes. In der gerade noch aktuellen Land Idee steht auch ein schön bebilderter Artikel zum Thema.

Urlaubsnachlese

Es passiert immer so viel… Jetzt ist schon wieder ein Monat vergangen und ich bin nicht dazu gekommen, die Urlaubsbilder mal auf nwk-taugliche Fotos zu sortieren. Und leider merkt man ja bei Kräuterbildern immer gleich, wenn man mal ein bisschen spät dran ist 😉 Daher eben verspätet, aber hoffentlich trotzdem interessant, ein paar Wegrandgefährten, die ich in Prerow fotografiert habe.

Wer kann sie identifizieren? 😉 Tipp: klickt mal auf die Fotos, dann könnt Ihr sie größer sehen.

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Königlicher Honigduft

Die Luft ist wie frisch gewaschen nach dem Gewittersturm der letzten Nacht, aber kaum kommt die Sonne durch, steigen die Sommerdüfte wieder auf aus den nassen Wiesen und Feldern. Weiße Blütenwolken entlang feuchter Wiesensäume und kleiner Bäche verströmen einen honigsüßen Duft.

Mädesüß_Bachlauf

Bei uns in der Gegend gibt es relativ viele kleine Bäche und Wassergräben, die sich durch Wiesen und Kulturlandschaft schlängeln. Im Sommer verraten weißblühende Alleen aus Mädesüß schon aus der Ferne, wo sich ein Bächlein befindet. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass die Pflanze mancherorts auch „Wiesenkönigin“ genannt wird. Wenn ich mir die Bilder so ansehe, haben die prachtvollen Stauden inmitten der kurzgeschorenen Wiesen diesen königlichen Namen wirklich verdient.

Mädesüß