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Ich! Will! Auch! Frühling!

Jetzt reichts aber echt. Auf anderen Blogs wie zum Beispiel dem von der lieben Heidrun wird jubiliert und tiriliert, der Frühling sei jetzt endlich da, ja, es sei sogar angenehm warm. Bitte was ist der Frühling?! Wir hatten heute nur graue 4° mit ekelhaftem Ostwind. Ungerecht ist das, jawoll. Ich habe sowas ja schon geahnt beim Wochenendeinkauf, dass das wieder nichts wird mit Frühlingsspaziergang und über zartes junges Wildkraut staunen. Darum habe ich vorgesorgt und beim Hofladen meines Vertrauens in die Bärlauchkiste gegriffen. Wenn schon kein laues Lüftchen, dann wenigstens eine Frühjahrskur für die Geschmacksnerven.

Bärlauchblätter

Aus dem Münchner Westen sind schon vermehrt Bärlauchsichtungen vermeldet worden, aber ich habe grad kein Sammelgebiet in der Nähe parat und bei dem Grau heute … ach, lassen wir das. Selber gesammelt? Nö, selber gekauft. Heute gab es Convenience-Wildkraut, das darf auch mal sein.

Ich wünsche Euch allen einen schönen Frühlingsmontag! Also, ich meine, da, wo er dann kommt, der Frühling …

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Knoblauchduft in Knallgrün

Es gibt Traditionen, über die man nie groß nachdenkt, sondern sie einfach einhält, weil man das eben so tut. Eine davon ist für mich der Brauch, am Gründonnerstag etwas Grünes zu essen. Warum genau der Gründonnerstag so heißt und warum man grünes Gemüse oder Kräuter isst, ist nicht ganz eindeutig belegt. Sei’s drum, wahrscheinlich ist es ein alter Brauch, der irgendwie in die christliche Mythologie und Liturgie eingewoben wurde. Eine nette Tradition ist es allemal, denn wir sehnen uns doch alle nach frischem, würzigem Grün auf dem Teller, wenn der Winter endlich vorbei ist.

Da völlig spinatfrei, ist unser Gründonnerstagsgericht dieses Jahr unklassisch, aber auch sehr schmackhaft ausgefallen. Was soll ich sagen, ich habe mich die ganze Woche drauf gefreut: Spaghetti mit Bärlauchpesto. Dieser Duft! Diese Farbe! Diese Kombination aus zartem Knoblauchgeschmack und Olivenöl! Und in die Hände gefallen ist er mir auch noch, denn unsere Nachbarn haben am Wochenende beim Waldspaziergang einen ganz jungen Bärlauch gefunden und mir eine Handvoll geschenkt. Ich habe die zarten Blätter zu einem knallgrünen Pesto verarbeitet und das Glas bis zum großen Moment im Kühlschrank verwahrt. Salz, etwas Pfeffer, mehr Würze braucht es eigentlich nicht.  Parmesan hatte ich keinen, der kam erst später direkt zum Pesto auf die Nudeln. Köstlich, wirklich wahr. Wenn das Essen so „richtig natürlich“ ist und nicht gekauft aus dem Glas, ist das einfach ein anderes Gefühl.

Beim Bärlauchsammeln sollte man es nicht übertreiben, denn er gilt in manchen Gebieten Deutschlands als gefährdet. Inzwischen kann man ihn ja auch auf vielen Märkten aus Zuchtanbau kaufen. Ich setze das zwar als mittlerweile bekannt voraus, aber nochmal zur Vorsicht: Achtung, beim Sammeln muss man wirklich aufpassen, damit keine Verwechslungen mit Herbstzeitlose, Aronstab oder Maiglöcken passieren. Die sind allesamt giftig. Wer sich unsicher ist, bitte Hände weg und die Blätter lieber stehen lassen!

Allium ursinum gehört zur Familie der Zwiebelgewächse. Wenn man ein Bärlauchblatt schneidet oder zerreibt, steigt einem der typische Knoblauchduft in die Nase. Wie sein kultivierter Verwandter wirkt auch der Bärlauch antibakteriell und blutreinigend. Er reguliert den Blutdruck, putzt die Adern durch, macht sie geschmeidig und senkt nebenbei auch noch den Cholesterinspiegel – eine wahres Allheilmittel für uns Zivilisationsgeschädigte. Kein Wunder, dass der wilde Knoblauch oder Knoblauchspinat in den letzten 10 oder 15 Jahren eine wahre Renaissance erlebt hat. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, ihn vorher auf irgendwelchen Speisekarten gesehen zu haben. Übrigens: Wenn Ihr die Gelegenheit habt, probiert mal eine Bärlauchblüte. Ihr werdet über den unerwartet intensiven Geschmack staunen, versprochen.

Ich finde, der Bärlauch ist ein gutes Beispiel dafür, wie man altes Kräuterwissen auf leckere Weise wieder in den Köpfen der Menschen verankern kann. In diesem Sinne wünsche Euch grüne, blühende und rundherum köstliche Ostern!