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Sonne in Brauntönen

Heute ist Maria Lichtmess. Und, habt Ihr auf die Uhr geschaut? Ich habe es zugegebenermaßen vergessen, aber es ist auf jeden Fall deutlich länger hell. Richtiges Frühlingswetter haben wir deshalb immer noch nicht, aber wenigstens gestern habe ich mir eine deutliche Frühlingsnote in der Luft eingebildet. Die Vögel piepsen zum Teil auch schon sehr unternehmungslustig. Föhnluft macht’s möglich, zumindest bei uns im Voralpenland.

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Mein heutiger Pflanzengruß ist weder grün noch bunt, hat aber auf seine eigene Art auch seinen Reiz. Dank der relativ milden Witterung steht die Sonnenblume immer noch und strahlt in dezenten Brauntönen, ab und zu dekoriert mit einem weißen Winterkäppchen. Die Vögel schauen immer wieder mal vorbei, nehmen sich eine Wegzehrung mit und verstreuen auf diesem Weg neue Sonnenfreuden für den kommenden Sommer. Da kann der Frühling kommen.

Sonnenblumen

Wer kennt ihn nicht, den liebgemeinten Rat:

„Mach es wie die Sonnenblume, die ihr Gesicht stets dem Licht zuwendet, damit die Schatten hinter sie fallen“

Die Eigenart der Pflanze sich dem Licht zuzuwenden, nennt man Heliotropismus.

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An sonnigen Tagen richtet sie sich von Ost nach West aus und kehrt dann in der Nacht wieder nach Osten zurück um die ersten Strahlen des neuen Sonnenaufgangs zu erwischen. Allerdings drehen nur die Blätter und Knospen bis zu deren Reife.Die reifen Fruchtstände bleiben meist im Osten stehen.

Helianthus annuus ist wohl eine der beliebtesten Blumen weltweit.

Und das nicht erst seit heute. Wie aus der Geschichte bekannt ist, wurde sie bereits 2500 v. Chr. von den Inkas als Abbild ihres Gottes angebaut und erst um 1550 von Amerika aus durch spanisch Seefahrer nach Europa gebracht.

Ihr deutscher Name ist die nahezu wörtliche Überstzung des lateinischen, den helios bedeutet Sonne und anthos Blume. Sie gehört zur Familie der Korbblütler, wie etwa der Löwenzahn. Der Blütenkorb selbst enthält bei Sonnenblumen oft bis zu 15000 Einzelblüten.

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Die aus Samen gezogenen Sonnenblumen auf dem Foto stehen vor unserem Haus und sind stattliche 2,5 bis 3 Meter hoch. Ins Guinessbuch der Rekorde kommen wir damit allerdings bei weitem noch nicht. Gerade vor ein paar Tagen war die Nachricht zu lesen, das ein Herr Schiffer es zum dritten Mal dieses Jahr geschafft hat dort hineinzukommen. Und zwar mit einer Sonnenblume von 8,75 Höhe!!!

Und um jetzt noch einmal den Bogen zum Anfang zu spannen… wie bei uns Menschen gibt es auch bei der Sonnenblume verschiedene Typen 😉

Da ist der Öltyp, der besonders viele Röhrenblüten besitzt, die zu Samen mit geringem Schalenanteil ausreifen und so leicht und fließend seine innere Sonne weitergibt.

Der Futtertyp, mit viel Blattsubstanz und Körperfülle…gut geeignet zur Silagegewinnung.

Den Ziertyp, der viel Wert auf sein äußeres Erscheinungsbild legt und oft mehrere Blütenstände vorweisen kann.

Und last but not least: den Speisetyp, der sich durch große und locker sitzende Kerne ausweist, gerne gibt und gut loslassen kann und so alle nährt.

Eine sonnige und wärmende Herbstzeit wünscht Euch

Andrea!