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Zwei Schritte vor und wieder einen zurück

Er ziert sich, der Frühling. Mal scheint die Sonne, kurz drauf schneit es wieder und insgesamt ist es ganz schön frisch draußen. Die Natur steht in den Startlöchern, aber blühen tut noch nichts. Die Krötenwanderung dürfte auch stagnieren bei den Nachttemperaturen um den Gefrierpunkt. Märzenbecher habe ich vereinzelt gesehen, aber ob die nicht eher verwildert als wild waren, wer weiß das schon.

Alles ein bisschen zäh zur Zeit, findet Ihr nicht? In den letzten Tagen hatte ich eine dicke Erkältung, die ähnlich rumzickt wie der Frühling – einen Tag gehts viel besser, am nächsten wieder nicht mehr. Es hilft nichts, abwarten und Tee trinken mit einem ordentlichen Schuss Fichtennadelsirup drin. Das schmeckt, tut gut und inspiriert mich zu Überlegungen in Richtung selbstgemachter Hustentee mit Thymian und Spitzwegerich. Allen, die es auf den letzten Drücker zum Ende der Wintersaison ähnlich erwischt hat wie mich, sei der Kräuterklatsch-Blog empfohlen. Da gibt es eine Zusammenstellung bewährter natürlicher Hustenmittel und vieles mehr.Kornelkirschenblüte_Himmel

Es soll jetzt bitte endlich werden mit dem Frühling. Die Blüten an der Kornelkirsche sind buchstäblich kurz vorm Platzen. Ich auch. Vor Ungeduld. 😉

Kräuter und Blüten in Ölauszügen und Tinkturen

Mir Hautcremes selber herzustellen wäre mir bis vor kurzem nie in den Sinn gekommen. Viel zu kompliziert, die ganze Abwiegerei und Abmesserei, die Temperaturüberwachung, die absolute Hygiene – all das hat mich abgeschreckt. Dann habe ich vor ein paar Monaten einen kleinen Kurs besucht, selbst eine Handcreme gerührt und war verblüfft, wie einfach das eigentlich ist. Macht total Spaß und bringt ein gutes Gefühl, weil man weiß, was in der Kosmetik drin ist. Davon abgesehen funktioniert die Technik auch für Heilsalben, und die interessieren mich noch mehr als der rein kosmetische Aspekt.

Viele Heilkräuter und deren Blüten sammelt man jetzt im Hochsommer. Da darf man sich nicht von Regengüssen und Windböen irritieren lassen, sondern muss einfach einen sonnigen Abschnitt abwarten. Der späte Vormittag ist die beste Sammelzeit, wenn die Sonne die Pflanzen wieder abgetrocknet hat. Dann ist auch der Wirkstoffgehalt am höchsten. Hochprozentiger Alkohol oder gute Öle ziehen die Wirkstoffe aus den Blüten und Blättern. Wenn man es eilig hat, kann man die Mischung für einen warmen Ölauszug leicht erwärmen. Sonst lässt man das Ganze einfach für mehrere Wochen auf der warmen Fensterbank in der Sonne stehen. Diese Ölauszüge und Tinkturen bilden die Basis für Salben und Cremes, die man ganz bequem später im Jahr herstellen kann, wenn die Temperaturen wieder sinken und man ganz gern am warmen Herd steht. Bei mir sonnen sich gerade Ringelblumen- und Johanniskrautblüten in Öl. Spitzwegerich muss ich mir auch noch holen für eine Tinktur, die man wegen der heilenden Fähigkeiten des Wegerichs sehr gut in Handcremes einsetzen kann. Ich benutze ein kaltgepresstes Olivenöl, weil ich das gerade direkt aus dem Schrank greifbar habe, aber ein Mandelöl wäre auch gut. Mandelöl hat eine leichtere Konsistenz als Olivenöl und fettet nicht so stark.

Ich merke gerade, dass der Sommer mit Riesenschritten voranschreitet. Da gibt es noch einiges zu tun und zu sammeln zur Verarbeitung in der kühleren Jahreszeit. Habt Ihr Eure Kräutervorräte schon unter Dach und Fach?